KUNST AM BUCH

Kunst am Buch

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Mercher, Daniel Henri
139×210
1962
FR
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Book cover
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Zum Einband:

Ganzfranzband Orange-rotes Maroquinleder, glatter Rücken, über Vorder und Hinterdeckel und über Rücken laufendes Geflecht aus ineinander verschlungene, handvergoldete Linienteile, gegen Kopf und Rücken etwas dichter. Dunkel-blauer Rückentitel, dreiseitiger Goldschnitt, handgestochenes Kapital. Spiegel und Vorsatz aus graubraunem Velourleder. Halbleder-Chemise mit dunkelbraunem Maroquinleder-Rücken und Schiene am Vorderschnitt, Überzug helles Holzfournier. Schuber: alle Kanten verstärkt mit dunkelbraunem Leder, überzogen mit hellem Holzpapier.

Madame Edwarda

Zum Inhalt:

Pierre Angélique: Madame Edwarda

Mit 30 Radierungen von Jean Fautrier (Jean Perdu), limitierte Auflage von 88 Ex., davon 3 auf Japanpapier A, B und C.

Dieses Exemplar: A, gedruckt für D.K.B., mit Suite: schwarz gedruckte Radierungen

Edition Georges Blaizot, Paris 1945, aus der Sammlung von Maurice Houdayer. Georges Bataille (1897-1963) schrieb Mme Edwarda zu Beginn des 2. Weltkriegs. Er veröffentlichte es 1941 heimlich unter dem Pseudonym Pierre Angélique. Erst nach seinem Tod wurde das Ganze 1966 unter seinem Namen veröffentlicht. Mme Edwarda ist eine der fesselndsten erotischen Geschichten, die je geschrieben wurden. Der Autor zieht den Leser auf die Suche nach Befriedigung und lässt ihn erschöpft zurück. Es ist die Stille, in der die Ekstase so stark ist, dass es keine Worte dafür gibt. Edwarda, eine Hure, nennt sich nicht nur Gott, sondern geht über die Grenzen der Ekstase hinaus.

Zum Künstler: Nach seinem Studium an der École Estienne, darunter in der Klasse von Raymond Mondange, arbeitete Daniel Henri Mercher ab 1964 im Atelier seines Vaters Henri Mercher (1912–1976), der zu den innovativsten Einbandkünstlern des 20. Jahrhunderts zählte. 1968 machte sich Daniel Mercher selbstständig, 1972 übernahm er die Werkstatt seines Vaters.

Sein Schwerpunkt war das Handvergolden, und er erteilte Unterricht. 1995 zog er von Paris nach Wissous, 15 Kilometer südlich von Paris. 2015 beendete er seine Arbeit altershalber.