KUNST AM BUCH

Kunst am Buch

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Michel, Marius
165×248
1900
FR
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Book cover
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Zum Cover:

Ganzfranzband Brauner Maroquinband mit fünf Bünden, reiche ganzflächige, ornamentale Gestaltung auf beiden Deckeln und Rücken, d.h. Lederauflagen in rot, dunkelgrün und ocker. Titel-Vergoldung auf Rücken im zweiten und dritten Bundfeld. Handgestochenes Kapital, Häubchen mit Goldlinien verziert und dreiseitiger Goldschnitt. Ganzflächiger Spiegel als weinroter und geglätteter Maroquinleder-Einlage, darauf breiter Rahmen aus braunem Maroquinleder, der mit Ornamenten von Vergoldestempeln dicht belegt ist, zusätzlich 5 Rahmen aus Doppellinien in Gold. Eine Doppellinie auch auf der Stehkante. Fliegendes Blatt aus gemusterter Seide auf Kamm-Marmorpapier; Halbleder-Chemise mit Lederschiene und Buntpapier-Überzug, Schuber mit Ledereinfassung, mit bräunlich-roten Buntpapier überzogen.

Les Trophées

Zum Inhalt:

José-Maria de Heredua: Les Trophées

Ex. Nr. 2 von 25 nummerierten Exemplaren auf Whatman-Papier. Chez Alphonse Lemerre, Paris, 1893. Mit persönlicher Widmung vom Autor an Michel Baronnet.

Die Gedichtsammlung besteht aus 118 Sonetten. Heredia, ein Vertreter des Parnassismus, konzentriert sich auf eine präzise, bildhafte Sprache und thematisiert mythologische, historische und exotische Motive. Die Gedichte führen die Leser in die Antike, das Mittelalter und die Renaissance und fangen meisterhaft die Atmosphäre und das Pathos vergangener Epochen ein. Heredias Werke sind für ihre stilistische Raffinesse und Klarheit bekannt.

Zum Künstler: Henri Marius Michel, (1846–1925) Sohn des Vergolders Jean Michel (1821–1890), gilt als einer der Erneuerer der französischen Einbandkunst. Er wurde an der École des arts décoratifs und der École nationale supérieure des Beaux-arts de Paris ausgebildet. Seine vom Jugendstil inspirierten, buchbinderisch hervorragend gestalteten Arbeiten beeinflussten die Werke der zeitgenössischen Kollegenschaft. Bekannt geworden durch Ausstellungen, die ihm Auszeichnungen eintrugen, und durch sein zweibändiges Werk «La Reliure française» (1880), wurde er schnell zum führenden Buchbinder seiner Zeit.

Seine dekorativ stilisierten Blütenornamente waren bewusst auf den Buchinhalt abgestimmt. In seiner Werkstatt beschäftigte er die besten Handwerker seiner Zeit, wie Georges Cretté, der 1925 als würdiger Nachfolger übernahm.