KUNST AM BUCH

Kunst am Buch

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Dorfner, Otto
127×210
1950
DE
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Book cover
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Zum Cover:

Ganzfranzband Einband in rehbraunem Ziegenleder, auf beiden Deckeln je fünf 8mm breite, senkrecht verlaufende Blindlinien sowie am Rand je zwei 2mm breite Goldlienien, alle über Kanten laufend. Vier kräftige Doppelbünde mit je zwei breiten, angrenzenden Blindlinien, an Kopf und Fuss breite Goldlinie. Titel in Echtgold auf Rücken und Vorderdeckel. Kopfgoldschnitt, beiges handgestochenes Kapital; Spiegel und fliegendes Vorsatz aus beigem Roma-Bütten, Spiegel mit feiner Goldlinie eingefasst; ledergefasster Schuber, mit dunkelbraunem Büttenpapier überzogen.

Faust

Zum Inhalt:

FAUST Eine Tragödie von Goethe

Die Droemerische Verlagsanstalt, München, 1949, mit handgeschriebener Widmung auf Echt-Pergament an Hans-Robert Bortfeldt für seine Verdienste um das Nationaltheater in Weimar.

In "Faust I" schließt der Gelehrte Faust einen Pakt mit dem Teufel Mephistopheles, der ihm alle Freuden der Welt verspricht, wenn er ihm am Ende seine Seele überlässt. Diese Vereinbarung bildet den Ausgangspunkt für Fausts Streben nach Erkenntnis und Erfüllung, das ihn tief in das menschliche Leid und die Schuld führt, insbesondere durch seine Beziehung zu Gretchen.

Zum Künstler: Otto Dorfner wurde 1910 durch Henry van de Velde an die Grossherzoglich-Sächsische Kunstgewerbeschule Weimar berufen. Von 1919 bis 1922 lehrte er als «Werkmeister der Buchbinderei» am Staatlichen Bauhaus in Weimar. Später machte er sich selbstständig, arbeitete aber weiterhin für das Bauhaus. Dorfner führte einen eigenen Verlag für Grafikeditionen und bibliophile Ausgaben.

Ab Mitte der 1920er Jahre fertigte die Werkstatt Otto Dorfner in Weimar fast sämtliche Einbände für die Pressendrucke der ebenfalls in Weimar ansässigen Cranach-Presse von Harry Graf Kessler. Otto Dorfner unterrichtete an seiner privaten Schule für Kunstgewerbliche Buchbinderei über die Jahre hinweg mehrere Hundert Schüler. So prägte er fast ein halbes Jahrhundert lang die deutsche Einbandkunst und setzte neue Massstäbe. Sein mit handwerklicher Meisterschaft verbundenes künstlerisches Geschick hat ihn zu einem der markantesten deutschen Buchbinder gemacht. Kennzeichnend für Dorfner ist die Gestaltung von Lederbänden mit ausgeklügelten Schriftentwicklungen und geometrischen Linienkompositionen, ein Stil, der als «Linienstil» oder «Dorfner-Stil» bezeichnet wird.